Der Thesaurus linguae Latinae ist am Ende des Buchstabens R gekommen. Auffällig oft durften wir zum Schluss rot sehen: Offenbar unterschied man im antiken Rom zahlreiche Rottöne, von denen sich rund zwanzig Adjektive bei R nachweisen lassen, die sich meistens von dem Indoeuropäischen Wurzel *h₁reudh- herleiten lassen.
ruber
Das Grundwort für „rot“ ist ruber, abgeleitet vom Wurzel *h₁reudh-. Es konnte ein breites Spektrum bezeichnen – von feuerroten, zinnoberroten, scharlach-, blut- oder karminroten Nuancen bis hin zu Tönen, die ins Orangene spielten, etwa Safran- oder Goldfarben. Auch körperliche Reaktionen waren sprachlich erfasst: Man konnte erröten, und entsprechend bezeichnet rubor nicht nur die Röte selbst, sondern auch Schamhaftigkeit. Daneben existierten zahlreiche Differenzierungen:
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